Graphic Art
Meine Arbeit entsteht aus der Bewegung zwischen Territorien: von Peru nach Europa, von Lima nach Wuppertal, von der migrantischen Erfahrung zum Körper, der nach Sinn sucht. Ich wurde in der deutschen Schule des Bewegungstheaters ausgebildet —wo Strenge, die Poetik der Geste und das tiefgehende Zuhören von Pina Bausch und Bárbara Gross meine Sicht geprägt haben— und entwickelte mich innerhalb der interdisziplinären Arbeit der Gruppe Íntegro in Lima, wo das Politische, das Rituelle, das Autobiografische und das Experimentelle grenzenlos zusammenwirkten.
Diese doppelte Verwurzelung —europäisch und lateinamerikanisch— trägt meine pädagogische und künstlerische Praxis. In meinen Workshops und kreativen Prozessen arbeite ich mit Themen, die meine eigene Biografie durchziehen: Rassismus, Ungleichheit, Kolonialität, Migration, Ökologie, Selbstwert und Heilung. Diese sind keine „hinzugefügten Themen“, sondern Kräfte, die den Körper prägen und sich in Energie, Rhythmus und Formen des Seins und Kommunizierens ausdrücken.
Mein Ansatz zur Bühnenpräsenz beginnt mit einer zentralen Idee: Die Wahrheit liegt weder nur im Schauspielenden noch nur im Publikum, sondern in dem kleinen, vibrierenden Raum zwischen beiden. Dort, in diesem unwiederholbaren Austausch, entsteht Authentizität. Ich arbeite mit Werkzeugen des Bewegungstheaters, der Performance, des Clowns, der autobiografischen Dramaturgie und des Wahrnehmungstrainings, um jede künstlerische Person zu ihrer eigenen szenischen Wahrheit zu begleiten —eine Wahrheit, die nicht gespielt, sondern enthüllt wird.
Mich interessiert jener Moment, in dem derdie Performerin aufhört zu „zeigen“ und beginnt zu „geben“, wenn das Publikum aufhört, nur zu beobachten, und beginnt zu resonieren. Dieser geteilte Raum —zerbrechlich, politisch, intim, kollektiv— ist der Ort, an dem meine Arbeit lebt. Dort beginnt Kunst, und dort beginnt unsere Transformation.


